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Untersteinbach

Blick vom Taubenherd im Südosten auf Untersteinbach
Ortseingang vom Westen

Untersteinbach liegt am Zusammenfluss dreier Bäche: Schmerbach im Süden und Steinbach im Norden münden hier in die Rauhe Ebrach.
1303 wird es im "Feudal- und Belehnungsbuch der würzburgischen Bischöfe Andreae, Gotefridi, Wolframi, Hemanni et Ottonis 1303 – 1345" zum ersten Mal als "Steinbach" erwähnt. Die erstmalige urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Urkunde des Klosters Ebrach im Jahre 1309 als "Steymbach und Staymbach". Offenbar war der Ort schon frühzeitig forstwirtschaftliches Zentrum des nördlichen Steigerwalds und im Mittelalter möglicherweise durch Tor, Türme, Wall und Graben gesichert. Damals schon im Wildbanngebiet der Würzburger Bischöfe gelegen, kommt der Ort zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Ankauf an Julius Echter von Mespelbrunn, den gegenreformatorischen Würzburger Fürstbischof, der dann 1607 die Pfarrei von Wustviel nach Untersteinbach verlegte. Von da an war der Ort stets würzburgisch, bis er schließlich, wie das gesamte Fürstbistum und hernach das kurzlebige Großherzogtum Würzburg, 1814 ans Königreich Bayern geriet.
Untersteinbach wurde dann 1972 Sitz der Verwaltung der Gemeinde Rauhenebrach, als sich, im Zuge der Landkreisgebietsreform, diese neue Gemeinde durch den freiwilligen Zusammenschluss von 9 Kommunen aus drei verschiedenen Landkreises, bildete. Untersteinbach hat heute 650 Einwohner.

Dorfplatz mit Linde und Pfarrkirche

Dorfplatz, Linde und Pfarrkirche

Untersteinbachs Hauptsehenswürdigkeiten sind der Kirchturm von St. Vitus, die alte Linde und das Luitpold-Denkmal. Der spätgotische Kirchturm bildet den Rest einer spätgotischen Anlage wohl aus dem 15. Jahrhundert. Das dreiachsige Langhaus wurde vermutlich im 18. Jahrhundert verändert und 1970 durch einen Neubau gänzlich ersetzt. So ist von der historischen Substanz nur der kräftige dreigeschossige Turm mit seinen Gurtgesimsen und dem achteckigen Echterhelm übriggeblieben, sowie eine Kreuzigungsgruppe, die auf 1720 datiert wird. Die wuchtige alte Dorflinde davor ist 400 Jahre oder gar noch mehr alt und Naturdenkmal. 1911 war sie schon zum Tod verurteilt und sollte gefällt werden: Sie sei, "durch und durch hohl und morsch" und dadurch "gemeingefährlich". Doch mittlerweile hat sie ihr Todesurteil um 90 Jahre überlebt und bildet mit dem Luitpold-Denkmal und dem Kirchturm dahinter einen unverwechselbaren Ortsmittelpunkt.

So kam Untersteinbach zum Luitpolddenkmal

Luitpolddenkmal unter der Linde

Danach wollte der aus Wustviel stammende und in Heidelberg wohnende Baumeister Georg Börtlein seiner Heimatgemeinde 1911 ein Denkmal zum 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold stiften. Die Wustvieler aber fürchteten die Erhaltungskosten und lehnten dankend ab. Darauf wurde Börtlein mit seinem Denkmal-Projekt in Untersteinbach vorstellig und bekam 1913 die Genehmigung der königlich bayerischen Regierung mit der überraschenden Auflage: "Das Bezirksamt hat peinlich dafür zu sorgen, dass die alte Linde bei der Errichtung des Denkmals in keiner Weise, besonders auch nicht durch allzu tiefe Ausschachtung und Grundmauerung geschädigt, vielmehr sorgfältig erhalten und geschont wird." Innerhalb von nur zwei Jahren scheint sich also ein vollkommener Gesinnungswandel zugunsten des prachtvollen Baums eingestellt zu haben. Das Luitpold-Denkmal wurde am 13. September 1913 enthüllt. Die Schenkungsurkunde vom Tag darauf gibt Auskünfte über den Künstler - es ist der Bildhauer Karl Kratz aus Aschaffenburg, woraus sich wohl auch der Buntsandsteinsockel erklärt, der Luitpolds weiße Büste trägt, denn Buntsandstein ist eine geologische Formation, die im Keupergebirge Steigerwald nicht vorkommt, dafür im Spessart und im Odenwald, also auch in Börtleins Wahlheimat Heidelberg (Schloss!). Börtlein hat selber am Denkmalentwurf mitgearbeitet. Es ist ein nobles Stück Jugendstil daraus geworden mit zwei senkrechten Voluten an den beiden leicht auswärts stehenden Zierflanken des Sockels. An einer Stadtparkpromenade würde es weniger überraschen als in der Mitte eines Bauerndorfs, wie es Untersteinbach 1913 war.

Ehem. Apotheke

Apotheke in Untersteinbach

Am 25. März 1863 eröffnete Dr. med. Johann Rauck die erste Arztpraxis in Untersteinbach. Da sich die nächsten Apotheken in Haßfurt, Gerolzhofen, Eltmann oder Scheinfeld befanden, bemühte sich der Haßfurter "Pharmazeut" Gottfried Joseph Reuß hier um den Bau einer Apotheke, die dann bereits am 1. Juli 1865 bezogen werden konnte. Das stattliche Steinhaus ist noch immer das auffallendste Bürgerhaus im Ort, mit Freitreppe, Walmdach und grob gehauenen Bossenquadern zur Markierung der Ecken.