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(Fabrik-) Schleichach – Die Geschichte der Glashütte im Steigerwald (1706 – 1869)

Fabrikschleichach im Steigerwald, heute Ortsteil der Gemeinde Rauhenebrach, gehört zu den kleinsten und jüngsten Siedlungen Unterfrankens. Den 300sten Geburtstag haben die „Fabriker“ dennoch ganz schön aufwendig gefeiert. Nun erscheint ein Buch, mit dem jenes Kapitel der Ortsgeschichte aufgearbeitet wird, auf dem die außergewöhnliche Bedeutung des kleinen Ortes beruht.
Nach 15jähriger Forschungs- und 2jähriger Schreibarbeit legt Werner Loibl, der mit über 50 Publikationen zum Thema Glas bundesweit und auch darüber hinaus bekannte Experte für die Geschichte dieses Werkstoffes, eine umfassende Darstellung des für Franken einst so wichtigen Wirtschaftsbetriebes vor. Er schließt damit eine oft beklagte Lücke in der Regionalgeschichte des Steigerwaldes und der Wirtschaftshistorie Mainfrankens und stellt somit Heimat- wie auch Familienforschern eine unerwartet reichhaltige Quelle zur Verfügung
Die Glasproduktionsstätte im Steigerwald war der größte Wirtschaftsbetrieb des Hochstifts Würzburg. Die Wandlung der anfänglichen Waldglashütte zur leistungsfähigen Flachglasmanufaktur erfolgte vor dem Hintergrund des Würzburger Residenzbaues, für dessen rationelle Ausstattung extra eine Spiegelmanufaktur als Veredelungsbetrieb der Schleichacher Flachgläser in Residenznähe gegründet wurde. Nachdem Balthasar Neumann als Veranlasser und Pächter für den Erfolg verantwortlich war, konnten diesem berühmten Baufachmann neue Werke und fachfremde Leistungen zugeschrieben werden. Weil auch weitere für Frankens Geschichte bedeutende Personen eng mit dem Glasbetrieb verbunden waren, wurde die konzentrierte Darstellung der historischen Entwicklung gleichzeitig zur stringenten Wirtschaftsgeschichte des Hochstifts, die bislang lediglich ein Desiderat geblieben war. Nach den überstandenen Wirren der Revolutionszeit und den anschließenden Herrschaftsumbrüchen wurde Schleichach zu einem der wenigen Regiebetriebe des bayerischen Staates und damit zu einem symptomatischen Indikator für das alles dominierende Industriezeitalter.
Neben dem chronologischen Hauptteil in zehn Kapiteln enthält das Buch fünf Spezialteile zu den Hausgeschichten aller ehemals bestehenden Gebäude, den Rohmaterialien für die Glasproduktion, den erzeugten Produkten mit Lohn- und Preisverhältnissen und vor allem zu den Personen mit über 350 Kurzbiographien. Allein dieser Abschnitt wird für die Ahnenforschung mit Sicherheit weitreichende Auskünfte bereit halten. Abgerundet wird das Werk von einer Zeitleiste zur Kontrolle der Abfolge der Aktionsdaten. Der problemlosen Benutzbarkeit dienen ein ausführliches nach Personennamen, Orten und Sachen gegliedertes Register sowie eine umfangreiche Bibliographie.

Werner Loibl
(Fabrik-) Schleichach – Die Geschichte der Glashütte im Steigerwald (1706 – 1869)
820 Seiten, € 48,50  (zzgl. Porto und Verpackungskosten).
Erschienen im Auftrag des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises (vhs) Rauhenebrach, Rauhenebrach 2006

Bestellungen richten Sie bitte an folgende Adresse:
Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis (vhs) Rauhenebrach
Friedrich   K l a u s
Bergstraße 45
OT Koppenwind
96181 Rauhenebrach
Tel. 09554/302
email: friedrichklauskoppenwind[at]web.de
oder
Gemeinde Rauhenebrach
Hauptstraße 1, Untersteinbach, 96181 Rauhenebrach, Telefon 09554/9221-0